Styleinspector
Donnerstag, 4. Dezember 2008

MARSIMAOTO aka MARTERIA - MORLOCKK DILEMMA

Einlass 20.00 Uhr / Beginn 21.00 Uhr

RUDE 7 - Mannheim

support:

SANCHO PANZER

PHONG BAK & DURCHDACHT

Im Alter von 18 Jahren unterschrieb Marteria seinen ersten Solovertrag vom Punchline/SPV. Er lieferte dort sein Debüt Album ab, welches aufgrund des Konkurses des Labels nie veröffentlicht wurde. Im Jahr 2002 ging er als Teil der Underdog Cru auf Europatour mit Mark B & Blade (England), den Delinquent Habits und Flowmarkt aus Hannover. Bereits ein Jahr zuvor 2001, sowie 2002 und 2003 war er als Teil der Underdog Cru live auf dem größten Hip Hop und Reggae Festival Europas splash! auf der Bühne zu sehen. 2007 und 2008 spielte er wieder auf dem splash!.
Sein Erstlingswerk Halloziehnation wurde von der Presse gelobt und vom Szene Magazin Juice mit 4 1/2 von 6 Kronen ausgezeichnet. Auch sein neues Album "Base Ventura" erhielt diese gute Bewertung in der Juice.
Im Spätherbst 2007 hat er einen Vertrag mit dem Musikverlag Nesola unterzeichnet. Im Dezember 2007 begleitete Marteria (= Marsimoto) Jan Delay als Tour support. Im Frühjahr 2008 unterzeichnete er einen Label Deal bei Four Music, wo er nun veröffentlicht.
Der Name Marteria geht auf die Anfangsbuchstaben seines bürgerlichen Namens zurück und besteht seit 1997.
Marsimoto entstand in Anlehnung an den Namen des amerikanischen Rapper Quasimoto und beinhaltet ebenfalls die Anfangsbuchstaben des Vornamens.
Neben seinem Künstlernamen Marteria ist er auch als Marsimoto (ähnlich: Eminem und Slim Shady) bekannt. Marsimoto entstand als Hommage an den amerikanischen Rapper Quasimoto, der genau wie Marsimoto durch eine gepitchte Stimme auffällt. Als Marsimoto veröffentlichte er sein erstes Solo Album Halloziehnation. Marsimoto hat kein Gesicht, so dass es keine Bilder dieser Phantasiefigur gibt. Marterias Idee Marsimoto als Alter Ego zu erschaffen, entstand aus einer Spielerei mit Effekten eines Aufnahmewerkzeugs. Die Resonanz war überwältigend, so dass er sich entschloss ein Marsimoto Album zu veröffentlichen.
Das Album wurde heiß diskutiert und musste sich häufig gegen den Vorwurf des Plagiats wehren.

„Ich hab' Marsimoto erschaffen, damit Deutschland wieder träumen kann“
– Marteria
(Quelle: Wikipedia)

Leipzig ist um einen guten Rapact reicher. Morlockk Dilemma, oder wie man nach Genuss dieser CD sagen möchte: „ey yo, the wu is back“. Zufall oder gewollt, das hier ist meiner Meinung nach die erste deutsche Scheibe die in meinen Ohren den guten alten Wu-Flavour wieder aufleben lässt. Nicht das hier ein deutscher Meth oder ODB am Mic wäre, der Flow des MC’s ist jedoch mindestens genauso gewöhnungsbedürftig wie der Drunkenstyle des Dirt Mcgirt.
Es sind vielmehr die Beats die einen an die Rückkehr der 36 Chambers erinnern. Hier knarzt die Snare, hier dröhnt der Bass. Rau und roh, diese Alliteration sei erlaubt, kein Wunder das Roey Marquis es sich nicht nehmen ließ hier auch noch einen Beat dazuzusteuern. „Ich bin Nummer 1. Ich bin Nummer 1. Die verdammte Nummer 1. Nummer 1. Nummer 1. Nummer 1. 1.“
„Ich bin für Leipzig, was Caesar für Rom ist.“ Das sei mal so dahin gestellt, wollen wir lieber nicht darauf hoffen, dass Morlockk Dilemma Caesar in allen Belangen hinterher eilt. Das aus der Messestadt bis jetzt jedoch nicht vieles kam, was in der Rapwelt Beachtung fand steht fest. Doch wie gesagt ändert sich das jetzt.
Da ist zum Beispiel der TV-Kritische Song: „Fernsehjunk“, der mit einem Sample eines alten Kinderliedes beginnt: „Wie von einer Fessel festgeschnürt auf einem Sessel. Wollte nicht zum Spielplatz springen und nicht basteln und nicht singen. Wollte nicht spazieren gehen. Wollte nichts als Fernsehen sehen.“ Kennt man ja leider. Seine positiven und negativen Erfahrungen mit dem Kabelanschluss teilt Morlockk Dilemma unter Erwähnung der einen oder anderen Sendung mit. Hoher Widererkennungswert für die wahren Junks unter uns.
Auch seine Betrachtung der Situation in der Plattenbausiedlung in „Nachbar“ verdient einige Beachtung. Hier wird der Block nicht in den Himmel gelobt, sondern als ernster Problemherd für den psychisch labilen Charakter dargestellt. Leider nur allzu gut nachvollziehbar.
Doch Morlockk Dilemma findet nicht nur ernste Worte für den geneigten Hörer. Natürlich gehört auch Battleshit ins Repertoire des MC’s. „Ihr Punks beginnt mir auf die Nerven zu gehen und deshalb: Fuck You“ Gekonnt aggressiv vorgetragen, so muss das sein. Auch „Hass“ könnte ihn die aggressive, Gewalt verherrlichende Ecke abdriften, allerdings bekommt man es die Hass-Bewältigung der Leipziger Art vorgestellt: „Ich hasse die Menschen, schreibe es nieder und dafür lieben sie dich“. Wenn es so einfach ist, dann nur weiter so. Aber vergiss nicht deine eigenen Worte: „Hass ist ein gefährlicher Freund“.
(Quelle: www.raplounge.de)

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